Vortrag: KZ und Comics

Markus Streb, Justus-Liebig-Universität Gießen

Die Darstellung nationalsozialistischer Verbrechen in Comics hat spätestens seit der Veröffentlichung von Art Spiegelmans bahnbrechendem Werk „Maus“ viel Beachtung gefunden. Insbesondere nationalsozialistische Konzentrationslager wurden jedoch schon zeitgenössisch in Comics dargestellt. Im so genannten „Golden Age“ der US-Comics, das von 1938 bis 1955 reichte, fanden sich solche Darstellungen besonders in Superhelden-, Kriegs-, Abenteuer- und Horrorcomics. Im Vortrag wird gezeigt, auf welche Weise Konzentrationslager in amerikanischen Comics der 1940er und 1950er Jahre dargestellt wurden. Es wird veranschaulicht, welche Rolle die Darstellung von Jüdinnen und Juden für die Geschichten spielt. Dies wird in Bezug zu dem gesetzt, was die US-amerikanische Gesellschaft über nationalsozialistische Verbrechen wissen konnte oder wollte. Dabei werden wiederkehrende Motive sowie auch die Entstehungsgeschichten einzelner Comics vorgestellt.

Markus Streb promoviert an der Justus-Liebig-Universität Gießen zu Genderkonstruktionen in Comics über die Shoah. Daneben forscht er zu jüdischem Leben in Hessen vor und während des Nationalsozialismus. Er beschäftigt sich außerdem mit Repräsentationen und Reflexionen von Antisemitismus.

Eintritt frei | dt. Sprache

Bild: Kweskin, Sam (1953): The Butcher of Wulfhausen! In: Kent Blake of the Secret Service #14

27. Februar 2020
19:00

Veranstaltungsort:

DAI - Deutsch-Amerikanisches Institut Gleißbühlstraße 9 90402 Nürnberg