Die monumentale Wunde: Zerstörung und Heilung

Der Direktor des Deutsch-Amerikanischen Instituts Saarland Dr. Bruno von Lutz hält einen Vortrag über die „monumentale Wunde“, die der One World Tower als Folge Ereignissen des 11. Septembers 2001 darstellt.

Monumente sind von der Etymologie her „mahnende Erinnerungen“ und darüber hinaus „Demonstrationen kollektiver Emotionen“ (J.P. Reemtsma). In der Regel sind diese Denkmäler jedoch auch Zeugnisse von Machtanspruch, Beherrschung und tragen eine kulturelle oder politische Botschaft. Sie können somit zur monumentalen Provokation werden.

Im Falle der Doppeltürme des World Trade Center und jetzt des One World Tower ist dies die Botschaft der beherrschenden Wirtschaft, des überlegenen Systems. Ihr Turm ist das weithin zu sehende Symbol der himmelsstürmenden Macht Amerikas. Die als tiefe kulturelle Wunde empfundene Katastrophe von 9/11 wird architektonisch umgewidmet zu einem Monument des Beharrens und des wirtschaftlichen Anspruchs.

Anmeldung bis 15.09. über programm@dai-nuernberg.de

 

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16. September 2021
18:30

Veranstaltungsort:

DAI - Deutsch-Amerikanisches Institut Gleißbühlstraße 9 90402 Nürnberg